Erziehungsberatung ist Spitze bei den Hilfen zur Erziehung im Land Sachsen-Anhalt


Am 27.Oktober 2010 trafen sich in der Magdeburger Stadtmission e.V. die Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung in Sachsen-Anhalt zu ihrer Versammlung.

Neben dem Erfahrungsaustausch der Erziehungsberaterinnen und -berater stand die Analyse der Zahlen der letzten Jahre im Vordergrund.

Seit 2007 wird eine bundeseinheitliche Statistik der Hilfen zur Erziehung geführt. Hier in Magdeburg wurden erstmalig die Zahlen für Sachsen-Anhalt ausgewertet. Die Rehabilitationspsychologin Teresa Hloucal referierte auf Grundlage der übermittelten Daten des Statistischen Landesamtes.

Entgegen der Vermutung, dass immer weniger Menschen Erziehungsberatung in Anspruch nehmen, sind die Fallzahlen für Erziehungsberatungen im Land Sachsen-Anhalt in den Jahren 2007 - 2009 nicht zurückgegangen.

Durchschnittlich wurden pro Jahr 8123 Fälle begonnen und 8093 Fülle beendet. Zum Stichtag 31.12.2009 waren z.B. in den Erziehungsberatungsstellen des Landes insgesamt 7993 Fälle beendet worden und 2509 Fälle wurden im neuen Jahr 2010 weiterberaten.

Insgesamt wandten sich 2009 3457 Mädchen und 4524 Jungen erstmalig mit ihren Eltern oder Bezugspersonen an die Beratungsstellen in öffentlicher oder freier Trägerschaft. Erziehungsberatung war nach den Angaben des Statistischen Landesamtes auch die häufigste Hilfe zur Erziehung, die in Anspruch genommen wurde. Von 10966 Hilfen zur Erziehung waren 8122 also 74 % Hilfen in der Erziehungsberatung. Auch ist Erziehungsberatung die Hilfeform mit der kürzesten Verweildauer und ist damit besonders effektiv und wirkt als ambulantes Angebot präventiv. Sie dauerte im Jahr 2009 durchschnittlich nur 3,6 Monate.

Die häufigsten Gründe für die Hilfegewährung waren Belastung durch familiäre Konflikte, Auffälligkeiten im Sozialverhalten, Entwicklungsauffälligkeiten sowie schulische / berufliche Probleme.

Daten zu den komplexer werdenden Beratungsfällen und den sich daraus ergebenden längeren Beratungsprozessen und verstärkten Kooperationen konnten noch nicht ausgewertet werde, da diese noch nicht freigegeben wurden.